Wenn hinter dem Schwitzen eine Krankheit steckt

Schweißperlen auf der Stirn, große nasse Flecken unter den Achseln, feuchte Hände und Füße, schweißgebadet in der Nacht? Schwitzen gehört eigentlich zu den natürlichen Prozessen des Körpers und ist wichtig für die Gesundheit. Doch zu viel des Guten, ist leider nicht wirklich immer gut. In manchen Fällen entpuppt sich das Schwitzen als Krankheit. Was kann hinter übermäßigem Schwitzen stecken? Welche Behandlungsmethoden gibt es?

Warum ist Schwitzen gesund?

Der menschliche Körper ist mit über 2 Millionen Schweißdrüsen versehen. Schwitzen ist beim Menschen also vorprogrammiert. Warum? Aus zwei wichtigen Gründen.

Zum einen spielt es eine wichtige Rolle bei der Erhaltung der Körpertemperatur. Das Schwitzen könnte also als eine Art Klimaanlage angesehen werden, die dafür sorgt, dass die Körpertemperatur stetig bei 37 Grad bleibt. Sobald es an warmen Sommertagen oder beim Sport die 37 Grad zu übersteigen droht, wird im Zwischenhirn die Information an die Nervenbahn in der Haut mit dem Befehl zum Abkühlen geschickt. Die „Schleusen“ öffnen sich und der Schweiß fließt.

Zum anderen beeinflusst das Schwitzen auch unsere Gesundheit. Durch den Vorgang wird der Körper von Stoffwechselschlacken und Giftstoffen gereinigt. Diese werden über die Haut ausgewaschen. Daher ist das Schwitzen ein wichtiges Element bei dem Reinigungsvorgang des Körpers.

Es ist daher gesund, öfters ins Schwitzen zu kommen. Sport und ein regelmäßiges Fitnesstraining sind eine gute Hilfe dabei.

Starkes Schwitzen – was ist die Ursache?

Wer stark schwitzt, muss nicht unbedingt krank sein. Manche Menschen neigen einfach zu einer verstärkten Schweißproduktion. Ursachen für verstärktes Schwitzen und Schweißausbrüche können auch Begleiterscheinungen bei folgenden Gegebenheiten sein:

  • Nervosität
  • Wechseljahre
  • Schwangerschaft und Wochenbett
  • Nebenwirkung von Medikamenten
  • Drogen- und Alkoholabhängigkeit

Allerdings ist der Übergang zu krankhaften Schwitzen oft fließend. Es kann nicht pauschal gesagt werden, wann Schwitzen als Krankheit gilt und wann nicht, da der Körper eines jeden sich doch unterscheidet. Wer stark schwitzt, kann dies möglicherweise mit einigen Hausmitteln und Tipps sogar selbst in den Griff bekommen.

Schwitzen als Anzeichen einer Krankheit

Nichtsdestotrotz kann hinter der erhöhten Schweißproduktion ein Anzeichen einer Erkrankung stecken. Leiden wie Parkinson, Unterzucker bei Diabetes, eine Schilddrüsenüberfunktion oder Mangelernährung können ein starkes Transpirieren verursachen.

Liegt eine Fehlfunktion des Schwitzens vor, spricht der Mediziner von Hyperhidrose oder Hyperhidrosis. Diese lässt sich in eine primäre und sekundäre Form unterteilen. Erstere gilt als idiopathische Hyperhidrosis und tritt vergleichsweise deutlich häufiger auf. Sie erscheint in der Pubertät und begleitet die Betroffenen das ganze Leben. Ausgelöst wird das verstärkte Schwitzen durch Nervosität, Aufregung oder ähnliche seelische Anspannungen. Ein schwerwiegendes Körperleiden liegt hier jedoch nicht vor.

Bei der sekundären Hyperhidrose steckt hinter dem Schwitzen eine Erkrankung. Infektionen wie Malaria oder Grippe, Tumore wie Lymphdrüsenkrebs oder Leukämie, Stoffwechselerkrankungen, hormonelle Störungen oder neurologische Erkrankungen verursachen ein vermehrtes Schwitzen – auch Nachtschweiß.

Austretender Schweiß ist zudem geruchlos. Der Geruch bildet sich erst, wenn Bakterien ihn verarbeiten. Wird das Schwitzen jedoch gleich mit einem käsigen, muffigen oder ranzigen Geruch begleitet, handelt es sich möglicherweise um eine Bromhidrose.

Schwitzen als Krankheit – was tun?

Wer mit natürlichen Mitteln oder sonstigen Tipps gegen starkes Schwitzen nicht erfolgreich war und aufgrund plötzlich auftretender Symptome das Schwitzen als Krankheit abstempelt, sollte sich an einen Arzt wenden. Dieser ermittelt zusammen mit dem Betroffenen die Ursache für das Leiden und empfiehlt passende Behandlungen oder Therapien.

Häufig wird eine Behandlung oder Therapie, wie die folgenden empfohlen:

  • Leitungswasser-Iontophorese: bei Schweißfüßen und Händen, mit Wasserbädern oder feuchten Elektroden werden die betroffenen Zonen mit schwachem Strom behandelt
  • Schweißhemmer, Antitranspirantien: beinhalten Metallsalze wie Aluminiumsalze
  • Botulinumtoxin: Botox wird in die Handflächen oder in Achselhöhle injiziert und blockiert damit die Schweißabsonderung
  • Medikamente: Antihidrotika bei übermäßigem Schwitzen durch primäre Hyperhidrose oder Psychopharmaka, Sedativa und Ähnliches bei psychischen Hintergründen
  • Operative Verfahren: Herausschneiden oder Auskratzen der Schweißdrüsen